Filmdreh: Gefunden

Unsere Partner-Agentur Freistil Film hat Mitte November 2011 den Kurzfilm „Gefunden“ gedreht. Praktikantin Antonia Stagge hat die Drehzeit für uns noch einmal Revue passieren lassen.

Filmdrehs beginnen früh am Morgen. Sehr früh. Die Sonne ist grade erst untergegangen, da müssen schon die ersten Vorbereitungen für einen erfolgreichen Drehstart getroffen werden. Schauspieler und Team wollen versorgt und kulinarisch verwöhnt werden. So heißt es, wenn andere noch schlafen: Kaffee kochen, Brötchen schmieren, Kaffee kochen und nochmal Brötchen schmieren. Essen ist essentiell für die Stimmung am Set und ein schlecht gelauntes Team steht dem kreativen Schaffensprozess eher im Wege und noch weniger kann man schlecht gelaunte Schauspieler gebrauchen. Deshalb hieß es mit geringsten Mitteln (wir reden von einem very low Budget Filmprojekt), das Größte herauszuholen.

Doch auch schon im Vorfeld haben wir unseren Schweiß vergossen. Das Set musste hergerichtet werden, sodass es den Vorstellungen des Regisseurs entspricht. Man braucht für die Vorbereitungen weitaus mehr Zeit als für den eigentlichen Dreh. Wir haben gestrichen, geräumt und geputzt was das Zeug hält. Dafür, dass wir erst eine Woche vor Drehbeginn starten konnten, konnte man mit dem Ergebnis doch sehr zufrieden sein.

In Magdeburg einen Film zu drehen, ist auch schon ein Erlebnis für sich. In Städten wie Berlin, Köln oder Hamburg, wo an jeder Ecke ein Kamerateam herumsteht, gehen die Leute einfach teilnahmslos vorbei und sind dies gewohnt. Hier hat man nun aber das Gefühl, die Magdeburger haben zum ersten Mal in ihrem Leben eine Kamera gesehen und verspüren das dringende Bedürfnis, dieser auch sofort ihre volle Aufmerksamkeit zu widmen und womöglich direkt durchs Bild zu laufen – selbstverständlich mit Blick in die Kamera: „Bin ich jetzt im Fernsehn‘?“
Um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, hieß es also auch mal neugierige Zuschauer oder potenzielle Durchs-Bild-Laufer zu entfernen.

Wie schon erwähnt, waren unsere Mittel begrenzt. So konnte man auch als „niederer“ Arbeiter in den Genuss kommen, Kontakt mit den anderen Mitgliedern des Teams aufzunehmen. Um die 20 Leute waren am reibungslosen Ablauf des Drehs beteiligt. Das Team am Set bestand aus einer Ausstatterin, drei Maskenmädchen, zwei Tontechnikern, drei Lichtjungs, einem Aufnahmeleiter, einem Kameramann samt Assistenten, dem Regisseur mit Regieassistentin und selbstverständlich den Schauspielern. Auf jeden wurde gezählt, der Ausfall eines Einzelnen konnte das ganze Projekt gefährden. So kam schon einmal kurze Panik auf, als sich die Gruppengröße der Maske um 2/3 dezimierte. Doch was man bei dem Dreh lernen konnte, war definitiv, mit Stress und Ausnahmesituationen umzugehen. Kaffee und Zigaretten wirkten da scheinbar für einige stressreduzierend. Das Problem ist nur, wenn dann Zigaretten aufgeraucht werden, die eigentlich Bestandteil der Requisite sind und das passende Feuerzeug ebenso verschwindet. Das ermöglichte einem allerdings Einblicke in diverse Warenbestände der Tankstellen, LottoToto-Geschäfte und Supermärkte Magdeburgs.

Auch der Wettergott hat es die vier Tage echt gut gemeint mit uns, auch wenn es gerade bei den Außendrehs teilweise richtig kalt war. Da lobe ich mir doch den Catering-Job. Oder eine heiße Tasse Tee. Denn Filmdrehs können spät am Abend enden. Sehr spät.

——
von Antonia Stagge, Praktikantin bei Freistil Film

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