Fragen über Fragen – Ein Blick auf umfrageonline.com & typeform.com

“Versteht das der Kunde?”, “Funktioniert die Call To Action?”, “Ist das logisch?”, “Ist das gelerntes Verhalten?” Schön wenn diese Fragen bei Meetings aufkommen. Denn: Sie sind richtig und wichtig. Problematisch wird es dann in der Regel, wenn Argumentationen komplett zu Thesen auf Grundlage eigener Annahmen verkommen. Nicht, dass eigene Ideen schlecht sind – ganz im Gegenteil. Aber viele Projekte kranken an unzureichenden Prüfungen der Thesen. Im schlimmsten Fall werden am konkreten Projekt nur noch eigene Schätzungen diskutiert, ohne das irgend jemand diese mit verifizierten Daten stützen oder widerlegen könnte. Ein widerlegtes “ich glaube”; ein ausgehebeltes “ich finde” … und man wird den Wert einer Erhebung, ob Marktforschung oder Usability-Test, zu schätzen wissen.

An dieser Stelle wollen wir, wenn möglich, regelmäßig Tools vorstellen, die uns den Arbeitsalltag erleichtern. Heute dreht sich alles um Umfragen-Tools.

umfragenonline.com

Bevor ein Film veröffentlicht wird, wollen die Macher wissen, wie er beim Publikum ankommt, um den Film oder das Filmmarketing zu optimieren. Die Kollegen von Freistil Film baten uns, ein Testscreening mit dem Rohschnitt ihres neusten Streifens „Die Brunnenfrau“ durchzuführen. Zum Screening gehört immer auch eine kleine Umfrage, über die dem Testpublikum Fragen zu Inhalt und Ästhetik des Films gestellt werden.

Umfrageelemente in der Basisversion

Bild: Umfrageelemente in der Basisversion

In der Vorbereitung des Screenings entschieden wir uns, Screening und Umfrage online durchzuführen, da wir so Zeit und Geld sparen konnten. Einzuladen waren ca. 30 Testpersonen, die sich den Rohschnitt der „Brunnenfrau“ auf Youtube anschauen und dazu online einen Fragebogen ausfüllen sollten.

Im Zuge der Recherchen zu Online-Umfragetools stießen wir auf umfrageonline.com. Eine tolle Website, auf der man sich seine eigene Umfrage erstellen kann. Das schöne dabei sind die sehr aufgeräumte Website und die kurzen, aber sehr prägnanten Anweisungen an den Umfrage-Ersteller. Hier kann bspw. auch der programmierscheue Designer in kurzer Zeit eine funktionierende Umfrage im Team, etwa zu seinen Entwürfen, starten.

Bemerkenswert ist auch die Vielzahl der Möglichkeiten bei der Gestaltung der Fragen. Ob offene oder geschlossene Frage, ob Multiple Choice oder Polaritätenprofil – alles ist möglich und lässt sich einfach und selbsterklärend erstellen. Und auch die Auswertung ist super leicht. Der User loggt sich einfach ein und kann unter dem Punkt „Teilnehmer“ sämtliche Antworten auf seine Fragen sehen. Dabei werden diese je nach Frageform als Text oder in Diagrammen dargestellt. Einziger Wermutstropfen: Der angebotene Export der Daten in Excel liefert leider einen ziemlich unübersichtlichen Datenbrei.

Trotzdem sei umfrageonline.com all denen empfohlen, die schnell und ohne viel Gebastel eine eigene Umfrage ohne Marktforschungsinstitut erstellen wollen.

„Die Brunnenfrau“ wurde übrigens vom Testpublikum super verstanden. Der Feinschnitt des Films steht in Kürze.

Bild: mobile Ansicht

Bild: mobile Ansicht

Fazit

Kosten:
In der Basis (einfache Umfrage) kostenlos.

Leistungsumfang:
Gegen Bares wird das Onlinetool zu einem wahren Umfragemonster und lässt kaum noch Wünsche offen.

Style:
seriös

mobile optimiert:
Gut. Aufgeräumte Oberfläche, aber leider sind die einzelnen Elemente sehr kleinteilig und machen die Nutzung zu einem Präzisionsjob.

typeform.com

Typeform verfolgen wir derzeit noch in der Beta Phase. Nach Anmeldung durften wir rund zwei bis drei Wochen später (mittlerweile geht es wohl schneller) auch loslegen. Vergleichbar zu umfrageonline.com setzt typeform auf die schnelle Umsetzbarkeit von Formularen und Fragebögen. Die selbst ernannte “next generation of online surveys and online web forms” hinterlässt einen modernen und aufgeräumten Eindruck, der uns zuruft “ich bin einfach zu bedienen”. Und das zu Recht: Formulare setzt man bei typeform mit verschiedenen Elementen per Drag&Drop zusammen und kann sich dabei von der einfachen Ja/Nein-Frage über chique Bewertungselemente mit Herzen und Katzen bis hin zur Bilderwahl austoben. Dabei wird schnell klar, dass typeform mehr sein möchte als ein reines Umfragetool. Stattdessen wird hier ein Ansatz präsentiert, der der öden Welt der Onlineformulare – ob Newsletteranmeldungen, Kundenbewertungen, Umfragen oder einfache Kontaktformulare – den Kampf ansagt. Für unsere erste Testfahrt wählten wir das Café Central Magdeburg aus. Nach wenigen Minuten stand unsere kleine Umfrage zur Bewertung der Location auch schon online. Gestreut wurde das Ganze über den Facebook-Kanal des Cafés. Bislang nahmen sich 69 Menschen durchschnittlich 2 Minuten 28 Sekunden Zeit um die Fragen zu beantworten. Neben einer tabellarischen Auflistung der Einträge kann, bei genügend gesammelten Daten, auch ein öffentlicher Report generiert werden. Die Ergebnisse für das Central kann man beispielsweise hier einsehen.

Ergebnisse bei typeform

Bild: Ergebnisse bei typeform

mobile Ansicht bei typeform

Bild: mobile Ansicht

Fazit

Kosten:
Die Beta ist derzeit noch kostenlos.

Leistungsumfang:
Derzeit sind noch nicht alle Features verfügbar. Gerade auf das Team-Feature freuen wir uns schon sehr. Ansonsten bleibt sich typeform treu: keep it simple!

Style:
Hot!

mobile optimiert:
Sehr gut. Klare Funktionselement vom Button bis zum Eingabefeld dürften den Conversion-Verlust gering halten.

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