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Fragen über Fragen – Ein Blick auf umfrageonline.com & typeform.com

“Versteht das der Kunde?”, “Funktioniert die Call To Action?”, “Ist das logisch?”, “Ist das gelerntes Verhalten?” Schön wenn diese Fragen bei Meetings aufkommen. Denn: Sie sind richtig und wichtig. Problematisch wird es dann in der Regel, wenn Argumentationen komplett zu Thesen auf Grundlage eigener Annahmen verkommen. Nicht, dass eigene Ideen schlecht sind – ganz im Gegenteil. Aber viele Projekte kranken an unzureichenden Prüfungen der Thesen. Im schlimmsten Fall werden am konkreten Projekt nur noch eigene Schätzungen diskutiert, ohne das irgend jemand diese mit verifizierten Daten stützen oder widerlegen könnte. Ein widerlegtes “ich glaube”; ein ausgehebeltes “ich finde” … und man wird den Wert einer Erhebung, ob Marktforschung oder Usability-Test, zu schätzen wissen.

An dieser Stelle wollen wir, wenn möglich, regelmäßig Tools vorstellen, die uns den Arbeitsalltag erleichtern. Heute dreht sich alles um Umfragen-Tools.

umfragenonline.com

Bevor ein Film veröffentlicht wird, wollen die Macher wissen, wie er beim Publikum ankommt, um den Film oder das Filmmarketing zu optimieren. Die Kollegen von Freistil Film baten uns, ein Testscreening mit dem Rohschnitt ihres neusten Streifens „Die Brunnenfrau“ durchzuführen. Zum Screening gehört immer auch eine kleine Umfrage, über die dem Testpublikum Fragen zu Inhalt und Ästhetik des Films gestellt werden.

Umfrageelemente in der Basisversion

Bild: Umfrageelemente in der Basisversion

In der Vorbereitung des Screenings entschieden wir uns, Screening und Umfrage online durchzuführen, da wir so Zeit und Geld sparen konnten. Einzuladen waren ca. 30 Testpersonen, die sich den Rohschnitt der „Brunnenfrau“ auf Youtube anschauen und dazu online einen Fragebogen ausfüllen sollten.

Im Zuge der Recherchen zu Online-Umfragetools stießen wir auf umfrageonline.com. Eine tolle Website, auf der man sich seine eigene Umfrage erstellen kann. Das schöne dabei sind die sehr aufgeräumte Website und die kurzen, aber sehr prägnanten Anweisungen an den Umfrage-Ersteller. Hier kann bspw. auch der programmierscheue Designer in kurzer Zeit eine funktionierende Umfrage im Team, etwa zu seinen Entwürfen, starten.

Bemerkenswert ist auch die Vielzahl der Möglichkeiten bei der Gestaltung der Fragen. Ob offene oder geschlossene Frage, ob Multiple Choice oder Polaritätenprofil – alles ist möglich und lässt sich einfach und selbsterklärend erstellen. Und auch die Auswertung ist super leicht. Der User loggt sich einfach ein und kann unter dem Punkt „Teilnehmer“ sämtliche Antworten auf seine Fragen sehen. Dabei werden diese je nach Frageform als Text oder in Diagrammen dargestellt. Einziger Wermutstropfen: Der angebotene Export der Daten in Excel liefert leider einen ziemlich unübersichtlichen Datenbrei.

Trotzdem sei umfrageonline.com all denen empfohlen, die schnell und ohne viel Gebastel eine eigene Umfrage ohne Marktforschungsinstitut erstellen wollen.

„Die Brunnenfrau“ wurde übrigens vom Testpublikum super verstanden. Der Feinschnitt des Films steht in Kürze.

Bild: mobile Ansicht

Bild: mobile Ansicht

Fazit

Kosten:
In der Basis (einfache Umfrage) kostenlos.

Leistungsumfang:
Gegen Bares wird das Onlinetool zu einem wahren Umfragemonster und lässt kaum noch Wünsche offen.

Style:
seriös

mobile optimiert:
Gut. Aufgeräumte Oberfläche, aber leider sind die einzelnen Elemente sehr kleinteilig und machen die Nutzung zu einem Präzisionsjob.

typeform.com

Typeform verfolgen wir derzeit noch in der Beta Phase. Nach Anmeldung durften wir rund zwei bis drei Wochen später (mittlerweile geht es wohl schneller) auch loslegen. Vergleichbar zu umfrageonline.com setzt typeform auf die schnelle Umsetzbarkeit von Formularen und Fragebögen. Die selbst ernannte “next generation of online surveys and online web forms” hinterlässt einen modernen und aufgeräumten Eindruck, der uns zuruft “ich bin einfach zu bedienen”. Und das zu Recht: Formulare setzt man bei typeform mit verschiedenen Elementen per Drag&Drop zusammen und kann sich dabei von der einfachen Ja/Nein-Frage über chique Bewertungselemente mit Herzen und Katzen bis hin zur Bilderwahl austoben. Dabei wird schnell klar, dass typeform mehr sein möchte als ein reines Umfragetool. Stattdessen wird hier ein Ansatz präsentiert, der der öden Welt der Onlineformulare – ob Newsletteranmeldungen, Kundenbewertungen, Umfragen oder einfache Kontaktformulare – den Kampf ansagt. Für unsere erste Testfahrt wählten wir das Café Central Magdeburg aus. Nach wenigen Minuten stand unsere kleine Umfrage zur Bewertung der Location auch schon online. Gestreut wurde das Ganze über den Facebook-Kanal des Cafés. Bislang nahmen sich 69 Menschen durchschnittlich 2 Minuten 28 Sekunden Zeit um die Fragen zu beantworten. Neben einer tabellarischen Auflistung der Einträge kann, bei genügend gesammelten Daten, auch ein öffentlicher Report generiert werden. Die Ergebnisse für das Central kann man beispielsweise hier einsehen.

Ergebnisse bei typeform

Bild: Ergebnisse bei typeform

mobile Ansicht bei typeform

Bild: mobile Ansicht

Fazit

Kosten:
Die Beta ist derzeit noch kostenlos.

Leistungsumfang:
Derzeit sind noch nicht alle Features verfügbar. Gerade auf das Team-Feature freuen wir uns schon sehr. Ansonsten bleibt sich typeform treu: keep it simple!

Style:
Hot!

mobile optimiert:
Sehr gut. Klare Funktionselement vom Button bis zum Eingabefeld dürften den Conversion-Verlust gering halten.


Hornbach YippieYeah: Mach es zu deinem Liebesprojekt

UPDATE: Die Social Media Akademie hat ebenfalls einen Artikel zum Hornbach Case veröffentlich, der zudem ein Interview mit dem Community Manager alias Mr. Hornbach enthält. Den Artikel findet ihr hier!

Pünktlich zum Wochenende haben „#hach“ und „<3“ Tweets und Statusmeldungen mal wieder Hochkonjunktur in meiner Timeline. Zu verdanken haben wir das in diesem Fall Hornbach, beziehungsweise Oliver und Sajena die sich auf der Fanpage Hornbach YippieYeah einen romantischen Dialog liefern. Angefangen hat alles mit der folgenden Anfrage von Oliver auf der Hornbach Fanpage:

Originalpost: wer ist das mädchen

Originalpost: wer ist das mädchen

Nicht nur die sehr kommunikativ agierenden Community Manager von Hornbach steigen auf die Diskussion ein, sondern bald gibt es auch Tipps von den Fans die Oliver helfen sollen, seine Herzdame anzusprechen, wie beispielsweise diesen hier:

Nutzerkommentar

Tjaaa, leider ist die gute Sajena schon vergeben und so wird nichts aus dem Hornbach Social Media Traumpaar 2011, dem Einladungen zu den nächsten Kommunikationskongressen, Vorträge auf der re:publica 12 und Angebote für die kostenlose Ausrichtung ihrer Hochzeit durch Frank Mathee und der Ausgestaltung ihrer Wohnung durch Tine Wittler sicher gewesen wären.

Sajenas Antwort

Sajenas Antwort

Aber, das fehlende Happy End nimmt dieser Facebook Romanze keinesfalls ihre Wirkung, auch wenn einige Fans nun meinen, dass Sajena sich unbedingt von Ihrem Freund trennen & Oliver am besten direkt heiraten sollte.

Was bleibt:

Chapeau an das Community Management bei Hornbach, dass diese süße Geschichte am laufen gehalten hat und sich dabei extrem viele Sympathiepunkte bei den Fans sichern konnte. Nicht nur an den schnellen Antworten, auch an der sehr gut angepassten Tonalität sollten sich andere Unternehmen ein Beispiel nehmen. Die meisten Unternehmen würden auf einen solchen Post sicher gar nicht reagieren. Engangiertes Customer Relationship Management via Facebook funktioniert aber besonders dann, wenn man auf die Fans eingeht, auch wenn es dabei nicht direkt um produktbezogene Fragen geht. Die Hornbach Mitarbeiter und ihre Zusammenarbeit und Kommunikation wurden jedenfalls sehr positiv dargestellt.

Mit ca. 700 „Gefällt mir“ und mehr als 300 Kommentaren treibt dieser Post die Interaktionsrate auf der Hornbach Seite definitiv nach oben. Und auch in den Fanzahlen lässt sich ein deutliches Plus ausmachen. Da riecht der eine oder andere User natürlich einen „Fake“ und „virales Marketing“, auch wenn „Mr. Hornbach“ das dementiert. Mag sein, mag nicht sein. Irgendwie sagt mir mein Gefühl, dass hier eine gute Gelegenheit ergriffen wurde und „die böse Agentur“ diesmal ihre Finger nicht im Spiel hatte.

Natürlich gibt es auch schon eine Fanseite auf Facebook, die mit ca. 35 Fans aber eher klein ist: Die Horbach Lovestory

Oliver, ich wünsch dir viel Glück, dass du über deine 15min Ruhm bald doch eine nette Freundin findest. Aber geh doch bitte draußen auf die Suche und wenn du die nette Kassiererin im Supermarkt ansprechen möchtest, dann hast du ja jetzt ausreichend Tips dafür!

Schön, wenn Social Media auch mal was fürs Herz bereithält. Und damit ihr auch noch was fürs digitale Herz habt, geben wir euch dieses schöne Lied mit ins Wochenende. Liebt euch, verliebt euch und habt eine schöne Zeit Miteinander #hach ❤ !

Weitere Blogbeiträge zum Thema:

YippiehYeah: Hornbach als Amor

Das wahre Leben oder die Hornbach Romanze bei Facebook (Off the Record)

Hornbach YippieYeah oder der Facebook Effekt & großartiges Community Management


Hotelbuchung im Sturzflug

Kaum zu glauben, wie schnell man heutzutage „in letzter Minute“ ein Hotel buchen kann, wie in folgendem Video zu sehen:

Ein Mann springt, mit einem iPhone in der Hand, aus dem Helikopter. Er berührt ein paar Mal den Touchscreen, macht zwischendurch Luftrollen und kommt schließlich im gewünschten gebuchten Hotel unbeschadet an. Jetzt kann man also ganz sorglos per App sämtliche Übernachtungsmöglichkeiten in wenigen Sekunden reservieren. Selbst beim Fallschirmspringen.

Da tut sich erst einmal die Frage auf, ob man das wirklich braucht?
Natürlich ist das Video ein ganz klein wenig übertrieben aber die Grundidee ist, meiner Ansicht nach, ganz richtig gedacht. Im Vergleich zu früher, kann man heute einfach nicht mehr die Monate im Vorraus planen. Meetings, Geschäftstreffen und selbst Familienurlaube werden kurzfristig gelegt und schnell gebucht. Die zeitliche und räumliche Organisation von Arbeiten und Leben ist völlig entgrenzt. Beschäftigte haben wenig Einfluss auf ihre Arbeitzeitpläne, ihre Arbeitseinsätze sind häufig kurzfristig, entrhytmisiert und wenig planbar. Insofern ist ein Service durch Buchen, Reservieren und Stornieren erforderlich, der unpersönlich und schnell vonstatten gehen sollte. Umkoordinieren sollte auch dort unproblematisch möglich sein.
Die Zeit für persönliche Anrufe ist einfach nicht mehr da. Hatte man früher die Muße ein Telefonbuch herauszukramen und das günstigste Hotel mit dem besten Service anzurufen, geht man heute schnell mobil online, sucht sich das optisch ansprechendste Angebot heraus und bucht dieses dann mal eben. Es hat auch niemand hat den Elan, eine, meist teure, Auskunft anzurufen um so die nächstgelegene Übernachtungsmöglichkeit zu finden.
Das geht eben wie im Flug mit dem iPhone.
Und um zu erreichen, dass Onlinenutzer von der eigene Seite eingenommen sind, müssen eben die Werbebotschaften gezielt und effektiv wirken. In diesem Werbefilm wird nicht nur erfolgreich gezeigt, wie schnell sich solch eine Onlinebuchung vollziehen kann, sondern auch, welchen Stellenwert Smartphones im Bereich Hotelbuchung inzwischen einnehmen.

Wir lieben diesen Spot, weil er die Kerneigenschaften des Produktes und der heutigen Entwicklung aufzeigt und es schafft dies zu vermarkten. Diese Basics werden dann noch mit Spaß und Action gewürzt und voilà wir haben virales Potential.

Dieser Blogpost wurde von Dominique Kauer verfasst, die bei KNO ein einwöchiges Schulpraktikum absolviert. Herzlichen Dank und schön, dass du bei uns bist Dominique!

I survived the 1st Google+ Wave

WG hat es schon vorgemacht und seine erste Bilanz zu Google+ gezogen. Da will ich mich anschließen und auch die ersten Tage Revue passieren lassen.

 

Erster Eindruck:

Was soll ich sagen. Als Designer spricht mich das Layout erst einmal absolut an. Alles ist schön gestyled und wirkt sehr clean. Hier und da wird das ganze mit einem verspielten Effekt garniert. Da hatten einige Leute Spaß bei Google und der sei ihnen auch gegönnt.

Also dann mal los: Leute finden und in die Circles packen. Zusätzliche Circles anlegen. Sparks einrichten und im Hangout telefonieren.

 

Zweiter Eindruck:

Google im Gesamten hat noch nicht den einheitlichen Sprung in die Plus-Welt geschafft. Das liegt mit Sicherheit am frühen Stadium. Doch diese Inkonsistenz fällt dann doch ab und an störend auf. Google-Docs kann ich leider nicht mit bestimmten Circles teilen. Mails funktionieren auch nach wie vor nur im altbewährten Prinzip. Kalender? Selbes Problem.

 

Die User und die Frage „Was ist Google+?“

Am Verhalten einiger User kann man eigentlich sehr schön die Antworten auf diese Frage sehen. Einige benutzen die neue Plattform wie Facebook. Posten Statusmeldungen. Adden Fotos. Liken bzw. Plussen usw.. Andere benutzen das Ganze direkt wie twitter und beginnen Circles mit tausenden Leuten anzulegen, denen sie folgen. Damit haben es zumindest diese Verhaltensweisen schon einmal in die neue Plus-Welt geschafft.

 

Infografiken hier und da

Wenn es seit der Einführung eines gibt, was boomt, dann die Infografik-Produktion. Ich weiß gar nicht wie viele Grafiken mir nun schon gesagt haben, das Facebook Firmenseiten hat und Google+ bislang nicht. Das es hier Skypetelefonate und dort Hangouts gibt und und und. So richtig herausragend ist das alles nicht. Wahrscheinlich lassen sich nur nicht so gut Infografiken dazu machen, dass man größtenteils noch gar nicht weiß wohin die Google+ Reise noch geht. So wirkt dann das meiste auch wirklich einfach substanzlos.

 

Warten

Gerade ist zumindest in meiner Google+ Welt Ruhe eingekehrt. Das heißt nicht das ich Google+ nicht mehr nutze. Vielmehr hat es aber bei mir eine andere Position als Facebook oder twitter. Als Managementtool für Projekte hat es bereits jetzt einige Qualitäten, die überzeugen und mit denen ich gern experimentiere. Da interessiert mich herzlich wenig, wer gerade Kaffee trinkt oder wer was zum Mittag hatte. Sollten mehr Google-Dienste (s.o. Docs, Mail, Kalender) mit Plus nutzbar werden, hat mich Google+ mit Sicherheit auf längere Sicht als festen User gewonnen.

 

SJ


Wer profitiert vom Skype-Deal?

Nachdem Microsoft für die Übernahme von Skype eben mal 8,5 Milliarden US-Dollar auf den Tisch gepackt hab, dürfte die erste mögliche Antwort leicht fallen: Skype!

Nun darf man aber davon ausgehen, das Microsoft mehr zu tun hat als Geld zu verschenken. Die Frage ist also die nach der Langzeitperspektive. Schaut man sich Skype an, so hat man zunächst einen kostenlosen VoIP, sprich Voice over IP, Service – ganz banal ausgedrückt: man kann damit über das Internet telefonieren. Am Wort „kostenlos“ bleibt man dann vielleicht hängen – gerade wenn es zeitgleich um 8,5 Milliarden US-Dollar geht. Klar, es gibt bei Skype auch das kostenpflichtige Telefoniere ins Fest- bzw. Mobilfunknetz. Auch für größere Telefon- bzw. Videokonferenzen wird irgendwann ein Bezahlaccount nötig. Dabei liegt die Betonung auf „irgendwann“. Die Zahl der Menschen, die Skype kostenpflichtig nutzt ist aber vergleichsweise gering. Interesse bestand aber trotzdem an der Übernahme. Und das nicht nur bei Microsoft. Auch die anderen Branchenriesen Facebook und Google gehörten zu den potentiellen Interessenten.

Microsoft hat den Deal nun in der Tasche. Doch warum sollte das als Gewinn zu verbuchen sein? Gehen wir der Frage nach, so die These, müssen wir über Facebook reden. Letzten Endes könnte es genau Facebook sein, das von dem Deal profitiert. 2007 hatte sich Microsoft mit 240 Millionen US-Dollar ganze 1,6% Beteiligung an der Online-Community gesichert. Noch näher rückten beide Unternehmen durch die Integration von bing zusammen. Gerade in der offenen Begegnung Facebook vs. Google, dürfte der – nennen wir es mal so – Support durch Microsoft ordentlich Rückendeckung bieten. Schon jetzt suchen zahlreiche Menschen über Facebook nach bsp. Produkten; landen darüber bei bing und – jetzt kommt der Knackpunkt für Microsoft – eben nicht bei Google. So schlägt man eben 2 Fliegen mit einer Klappe. Wie sich Skype nun hier integrieren lässt, wird man wohl bald sehen. Denkbar ist der Login bei Skype via Facebook-Account, die Videotelefonie-Integration bei Facebook etc. pp sind dabei noch die offensichtlichsten Möglichkeiten. Man darf also gespannt sein, wie der nächste Schlagabtausch zwischen dem Tagteam Microsoft & Facebook vs. Google aussehen wird.

SJ


Die Liveticker-Manie

Die Welt ist doch ungerecht. Es gibt so viele schöne Ereignisse an denen wir gern teilnehmen würden, und können es aber nicht. ABER es gibt ja den Liveticker. Nicht mehr nur für Sport- und Börsenfreunde. Jetzt können wir fast alles live verfolgen. Den Angriff in Lybien, die Katastrophe in Japan, die Monarchenhochzeit in England und sogar den Tod Osama bin Ladens (nachdem er bereits getötet wurde).

Der Spiegel schickte fünf Reporter nach London zur Traumhochzeit von Willi&Kate und ließ zusätzlich acht weitere aus Hamburg berichten. Der Liveticker verrät, dass der Tag früh beginnt, dass es großes Gedrängel vor Westminster Abby gibt und dass sich zwei Schaulustige Bacon braten. Informationsgehalt gleich null. Aber das allgemein große Interesse rechtfertigt vielleicht diese Form der leichten Unterhaltung ohne qualitativen Anspruch. Viel schlimmer sind die aktuellen Liveticker vom Tod Osama bin Ladens. Der Stern hat einen und sammelt dort im 5-Minuten Takt alle News rund um den Tod bin Ladens. Seien es Vermutungen, Behauptungen oder Statements von Ländern, Parteien oder Politikern. Die Freude, die Vorwürde, neueste Enthüllungen über den Ablauf des Angriffs, es wird uns suggeriert wir würden das politische Geschehen auf der Welt live verfolgen können. Stimmt natürlich nicht. Aber ist das nicht Aufgabe eines Livetickers? Live dabei sein. Sofort erfahren, wenn sich was tut. Wenn es Grund zum Jubeln gibt. Oder Grund sich Sorgen zu machen. Weil die Börsenkurse bergab stürzen oder die Favoritenmannschaft das zweite Tor kassiert. Nun fiebern wir mit den Arbeitern von Fukushima und den Hochzeitsgästen der Familie Windsor. Der Liveticker funktioniert nur, wenn er schnell ist. Live eben. Eine schnelle Berichterstattung geht aber meist auf Kosten der Qualität. Gut Ding will Weile haben. Der Spruch passt hier natürlich nicht, aber eine gute Recherche ist im Journalismus nun mal notwendig. Immerhin verlassen wir Leser uns auf das Handwerk der Profis. Der Liveticker-Trend begründet sich vielleicht auf unserer Informationsgier und hat so auch seine Berechtigung. Bei einigen Themen verkraften wir das, aber wenn es um Krieg und eine Nuklearkatastrophe geht, dann hat das Live-Erlebnis auch etwas Morbides.

gb


Force ist nicht gleich Macht

Darth Vader junior fährt nach diesem klasse Spot mit 16 oder 18 wohl VW.


Warum die VWerber aber in der deutschen Version des Clips einige Änderungen gemacht haben, hat wohl 2 Gründe. Anderer Markt und die Erkenntniss, dass Kids in der Werbung ein sensibles Feld sind. Klar, auf dem nun vorhandenen Nummernschild ist WOB aber was gibt es sonst noch? Deutsche Clipversion nach dem Klick: http://www.volkswagen.de/de/models/der_neue_passat.html
Der schwarze Wagen entspricht dem Stilempfinden des deutschen Marktes von hochwertigen Autos viel eher, während schwarz in den USA für Limousinen und Leichwägen reserviert scheint. Abgesehen davon, dass am Ende nicht mehr der USAmerikanische Vorortstil zu sehen ist, springt auch keinMotor mehr an. Warum? Der deutsche Markt ist deutlich Grüner als in den Vereinigten Staaten. Wer braucht schon einen fernzündenden Motor – ist doch Spritverschwendung. Als Sportwagen mit männlichem Verlängerungspotenial wir der Passat in Deutschland genauso wenig vertrieben. Der Wagen rangiert zwischen gehobenem Versicherungsvertreterdienstwagen und Familienkutusche. Desweiteren ist ein Kind vor einem laufenden Auto für Eltern eher abschreckend als Kaufstimulierend. Scheint ein unwichtiger Punkt zu sein, ist aber von ehrheblicher Bedeutung im Land der DIN-Normen, Prüfsiegel und  TÜV-Gläubigkeit. Security comes first! und wer will schon Kinder in Geafhr wähnen?

wg


Wahlkampf ohne Wahlwerbung (ein Vorschlag)

Werbung wirbt! Das Beste, das Größte, das einzig Wahre. Alles und jeder kann beworben werden, mit noch so abstrusen Botschaften. Am Ende zählt nur das Ziel: der Sieg. Seien es die höheren Verkaufszahlen oder die Möglichkeit ein Land zu regieren. Wahlwerbung will uns Wähler von der Partei überzeugen. Werbeplakate an jeder Laterne. Auch wenn die fünf zuvor schon jeweils das selbe Plakat hängen hatten. Werbespots, die leicht dahinplätschern und uns überzeugen wollen, dass z.B. Herr oder Frau Kandidat(in) unsere Anliegen in den Landtag tragen. Hinzu kommen noch die hundertausend Merchandise-Artikel, die einem die Farbe(n) der Parteien in die Augen brennen sollen. Präsenz ist gut und wichtig, und teuer! Kann man das nicht alles sein lassen und nur auf Inhalte setzten? Eine gut aufbereitete Broschüre, die ausführlich und verständlich über die Parteiprogramme informiert, realistische Einschätzungen aktueller Probleme aufzeigt und parteispezifische Lösungsansätze vorstellt. Pro Partei ein gutes – und nach allen Regeln der Werbe- und Marketingkunst aufbereitetes Büchlein an jeden Bürger und alle Haushalte im Land verteilt. Flächendeckend versteht sich. So würde auch im ländlichen Raum allen Parteien die Präsenz gelingen (und nicht nur der NPD).
Und ja, das bedeutet Arbeit für uns Wähler. Aber so werden wir ernst genommen und aufgeklärt.

Promise? Promise!

Es gibt zwei Blogs bzw. Blogger die ich sehr schätze wenn es um Themen wie das Web, Marketing und Social Media geht. Das sind Seth Godin und Loic Le Meur. Beide beeindrucken mich immer wieder mit ihrer sehr inspirierenden Art. Wer sich davon einmal überzeugen will, dem sei neben den Blogs auch einer der Videomitschnitte ihrer Vorträge ans Herz gelegt. Zurück zum Text.

Wenn nun einer der Blogger über den anderen Blogger und dessen Blog-Post bloggt, so macht das nicht nur diesen Satz zum redundanten Schwergewicht, sondern ist für mich als Blog-Leser ein Grund mehr über die Story selbst zu bloggen. Satz Ende! Ein Blog-Post über ein Blog-Post innerhalb eines Blog-Post – ich schlage dafür den Begriff Inception-Blogging vor und fahre fort in der eigentlichen Geschichte.

Also. Im Beitrag „How about a business that keeps its promises?“ befasst sich Leuc mit einer Erfahrung von Godin, was die alltäglichen Versprechen von Firmen bzw. Unternehmen angeht. Im Post auf das sich Leuc dabei bezieht, geht es um Seth` neues Mac Book. Konkret um eine Software, die ihm verspricht „easily transfer years of old data from one machine to another“. Keine Angst es geht hier nicht um ein Apple-Bashing. Die Software funktioniert nicht und Seth konstatiert zurecht einen Promise-Fail. Im Laden verspricht ihm jemand vom Support: „I promise to personally handle this.“ Am folgenden Tag ruft eine völlig andere Person an, die nun mit dem Job beauftragt ist. Erneutes Promise-Fail! So zieht sich das noch eine Weile weiter hin. Seth titelt daher auch zurecht mit „Cascade of broken promises“.

Und ja doch, irgendwie kennen wir solche Sachen doch alle, oder? Schon mal vom „Besten Film aller Zeiten“ gehört?

Ein erster Schluss wäre es nun zu sagen: „Lass deine Marke bzw. dein Unternehmen keine Versprechen machen, die sie nicht halten können!“ Da kann ich Seth nur zustimmen – damit tut man unter anderem auch seinem Support-Personal einen riesigen Gefallen. „Aber in der Beschreibung stand doch IT WILL BLEND!“

Nun zu Leuc. Wir sind es wirklich gewohnt mit diesen ungehaltenen Versprechen zu leben. Sie sind ein Stück Gewohnheit. Um Leuc zu zitieren: „[…] we’re totally surprised now when anything promised is actually delivered in time or as expected.“ Das im Hinterkopf finde ich seinen Vorschlag für ein Web-Portal sehr spannend, das Produkte bzw. Marken sammelt, die wirkliche ihre Versprechen halten. Das Ganze natürlich so konzipiert, das jeder seine Erfahrungen hinterlassen kann. Klar – niemand ist unfehlbar. Doch Menschen verzeihen es, wenn man nicht perfekt ist. Doch angelogen, das möchte niemand werden. Die meisten Menschen sind dann doch ziemlich fair und sehen es auch ein, wenn sich jemand wirklich Mühe gibt, den versprochenen Service auch zu liefern. Doch so ein Portal dürfte einiges an Potential bieten. Gut gepflegt – everything can be trolled – und mit einer fitten Community, kann daraus wirklich ein gemeinschaftliches Gütesiegel entstehen. Aproved for keepin` their promises! Ich bin gespannt ob sich daraus was entwickelt.

SJ


Macht verdirbt die Moral!

Das ist natürlich keine neue Erkenntnis. Wir wissen, frech kommt weiter. Und im Fall Guttenberg hat sich mal wieder jemand aus Machthunger verleiten lassen und dabei den Anstand hinten anstehen lassen. Neu ist, dass die Medien und gerade das Internet diesmal den Leuten, die ihre Augen zudrücken wollten, eben diese mit allen Mitteln offen gehalten haben. Fast schon wie Schlafentzug. Es gab kein entrinnen, egal welcher Sender oder welche Schlagzeile, alles drehte sich um Herrn KTG und seine plagiierte Diss. Die viel zitierte Macht der Medien hat sich bestätigt. Aber auch hier trifft die oben erwähnte alte Erkenntnis zu. Laut zu sein ist gut, penetrant zu sein in diesem Fall auch. Aber die liebe Moral wurde in der Berichterstattung eben auch hinten angestellt. Die alteingesessene  Sonderstellung der Politiker, damit meine ich den Respekt und die ritualisierten Umgangsformen, ist zumindest in der Berichterstattung einfach mal flöten gegangen. Gut, ein Betrüger bleibt ein Betrüger, ob nun Politiker oder nicht. Aber es gab schon viele Betrüger in vielen hohen Positionen und bislang hat der Anstand dafür gesorgt, dass sie nie als solche betitelt wurden. Der Sieg des Internets im Fall Guttenberg steht also für mehr als nur den erfolgreichen Druck der Öffentlichkeit: „Alle Menschen sind vor dem Internet gleich.“

gb